NTMY 3.0 – Hilfeplanprozesse jugendgerecht gestalten

Jugendliche, Fachkräfte und Jugendamt entwickeln gemeinsam Ideen für eine bessere Beteiligung in Hilfeplanprozessen

Sondershausen, 04. September 2026. 19 engagierte Care Receiver und Careleaver, vier Jugendamtsmitarbeiter*innen, acht Fachkräfte aus stationären Einrichtungen sowie zwei Mitarbeiterinnen des JUST BEst-Projekts „CLiK – Careleaver im Kyffhäuserkreis“ kamen im HOC Sondershausen zum inzwischen dritten „Nice to meet you“-Workshop zusammen. Unter dem Motto „Hilfeplanprozesse jugendgerecht gestalten“ stand in diesem Jahr die gemeinsame Weiterentwicklung der Hilfeplanung im Mittelpunkt.

Bereits 2024 und 2025 hatten Workshops unter Beteiligung von jungen Menschen aus Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe stattgefunden. Dabei wurden Erfahrungen gesammelt, Herausforderungen benannt und zahlreiche Ideen entwickelt. Diese Erkenntnisse bildeten nun die Grundlage für das dritte Treffen. Erstmals kamen dabei alle am Hilfeplanprozess beteiligten Akteur*innen an einen Tisch.

Junge Menschen sind Expert*innen im Hilfeplanprozess

Das Ziel war klar. Nicht das Rad neu erfinden, sondern gemeinsam schauen, was bereits gut funktioniert und an welchen Stellen Veränderungen notwendig sind. Dabei sollten Ideen und Änderungsvorschläge nicht nur diskutiert, sondern möglichst in konkrete Schritte für die Zukunft überführt werden. Eine zentrale Rolle spielten dabei die Jugendlichen selbst. Mit ihren persönlichen Erfahrungen sind sie die Expert*innen des Hilfeplanprozesses. Sie wissen aus erster Hand, wie Gespräche erlebt werden, wo Beteiligung tatsächlich stattfindet und an welchen Stellen sie sich mehr Transparenz, Mitsprache und Wertschätzung wünschen

Gelingende Hilfeplanung braucht Perspektivwechsel

In gemischten Kleingruppen wurde der Hilfeplanprozess aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. An mehreren Stationen ging es unter anderem um die Atmosphäre während eines Hilfeplangesprächs.

Wie fühlt sich ein solches Gespräch für die Beteiligten eigentlich an? Ist es ein angenehmer Austausch auf Augenhöhe oder fühlt sich die*der Jugendliche manchmal eher wie auf dem „heißen Stuhl“?

Auch die Frage nach echter Beteiligung wurde intensiv diskutiert. Was bedeutet es konkret, wenn Jugendliche beteiligt werden? Reicht es, ihre Meinung anzuhören, oder sollten ihre Wünsche und Vorstellungen auch tatsächlich Einfluss auf die Entscheidungen nehmen? Was passiert, wenn die Wünsche eines jungen Menschen und die fachliche Einschätzung der beteiligten Fachkräfte auseinandergehen? Statt solche Unterschiede als Problem zu betrachten, wurde gemeinsam überlegt, wie damit offen, respektvoll und lösungsorientiert umgegangen werden kann.

Der offene Austausch zwischen den verschiedenen Perspektiven machte deutlich, dass jugendgerechte Hilfeplanung nur gelingen kann, wenn alle Beteiligten miteinander statt übereinander sprechen.

Zum Abschluss des Workshops präsentierten die Jugendlichen die gemeinsam entwickelten Ideen und Vorschläge für jugendgerechtere Hilfeplanprozesse.

Ideen sollen sich entfalten

Ideenpaten begleiten Umsetzung
Damit die Ideen nicht nur auf Papier stehen bleiben, wurde ein weiterer wichtiger Schritt vereinbart: Ideenpaten sollen künftig Verantwortung für die Umsetzung einzelner Vorschläge übernehmen. Damit endet der Prozess nicht mit dem Workshop, vielmehr beginnt nun die eigentliche Arbeit.

In weiteren Arbeitsgremien soll überprüft werden, was bereits umgesetzt werden konnte, wo es noch Hindernisse gibt und welche nächsten Schritte notwendig sind. So soll aus den Ergebnissen von NTMY 3.0 langfristig mehr werden als ein erfolgreicher Workshop. Ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess, bei dem die Perspektive junger Menschen fest in der Gestaltung von Hilfeplanprozessen verankert wird.

Und was davon wird künftig tatsächlich umgesetzt? Die konkreten Ergebnisse des Workshops sowie die nächsten Schritte werden in Kürze vorgestellt.