Jugendberufshilfe Thüringen e.V.
Gleiche Chancen fördern

Careleaver gut unterstützen-Impulse für die Praxis.

Fachtagung am 23.09.2021 ONLINE

Studien belegen, dass Careleaver sich bei ihrem Übergang in ein selbstbestimmtes Leben häufig nicht ausreichend unterstützt fühlen. Sie verlassen i.d.R. rund um den 18. Geburtstag, also früher als junge Menschen, die bei ihren Familien aufwachsen, die stationären Jugendhilfeangebote oder Pflegefamilien und müssen den Übergang und ihr Leben oft allein und ohne viel Rückhalt aus ihrer Familie gestalten. Als herausfordernde Hürden kommen für sie oft geringere Bildungs- und Teilhabechancen, psychische Belastungen, die Abhängigkeit von staatlichen Unterstützungsleistungen sowie verschiedenen Ämtern und Behörden, die schwierige Situation auf dem Wohnungsmarkt, unzureichende finanzielle Rücklagen und Unsicherheiten wegen bisher fehlender Rückkehroptionen in die Jugendhilfe oder Pflegefamilie hinzu.

Unsere Vision ist es, dass die Öffentlichkeit über diese besondere Situation von Careleavern informiert ist, dass deren Bedarfe besser als bisher gesehen und anerkannt werden und dass Careleaver auch in Thüringen mehr Beteiligung und Unterstützung erfahren. Dazu gehören u.a. verlässliche Strukturen der Übergangsbegleitung und Beratung junger Erwachsener, verbindliche und finanzierte Care Leaving- und Beteiligungs-Konzepte, Anlaufstellen für Careleaver, die Stärkung der Jugendsozialarbeit und des Jugendwohnens sowie eine Jugendhilfeplanung, welche adäquat berücksichtigt, dass sich die Jugendphase verlängert hat und junge Erwachsene entsprechend länger Unterstützung benötigen.

Unsere 2. Thüringer Fachtagung „Leaving Care“ richtete sich an Careleaver, Fachkräfte und Entscheidungsträger der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe, aus Jobcentern, der Wohnungshilfe und anderen Schnittstellenbereichen sowie an Vertreter*innen aus Politik und Wissenschaft. Impulsreferate und Workshops boten, auch im Kontext der neuen gesetzlichen Regelungen des SGB VIII sowie des neuen ESF-Bundesprogramms „JUGEND STÄRKEN: Brücken in die Eigenständigkeit“ Anregungen und Erfahrungsaustausch dazu, was in der Praxis genutzt und getan werden kann, um Careleavern auch in Thüringen einen besseren Übergang in ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Tagungsdokumentation

Was sich Careleaver wünschen: Careleaver und Fachkräfte im Gespräch

Die Careleaver*innen Savio, David und Melissa erzählten im Gespräch mit Mitarbeiter*innen der Projekte CLZT und Übergangscoaching für CL im Kyffhäuserkreis - Antje, Anika und Tobias - von ihren ganz persönlichen Erfahrungen im Übergangsbereich und was es heißt, Careleaver zu sein. Deutlich wird aus Ihren Schilderungen, dass es aus Ihrer Sicht oft an Ressourcen gefehlt hat und sie sich mehr Unterstützung, Zeit und Aufklärung gewünscht hätten.

fileadmin/website/media/Fachtagung_2021/CL_Zentrum_Thüringen_23.09.21_Leaving_Care_und_Übergänge.pptx

CLZT: "Vielen Dank an euch, wir finden es immer wieder beeindruckend und mutig, dass ihr bereit seid, öffentlich über eure Erfahrungen zu sprechen und sie mit uns zu teilen. Das hilft uns, Danke!

Das sind natürlich jetzt hier nur einige Stimmen von z.B. ca. 1.000 jungen Menschen, die jährlich in Thüringen im jugendlichen Alter die stationäre Jugendhilfe verlassen und jede Geschichte ist anders! Beim Sommerfestival der Brückensteine Careleaver-Initiative, deren Teil wir sind, haben sich 40 Careleaver aus ganz Deutschland über Strukturen und Hürden ausgetauscht, die sie noch immer häufig ohne ausreichende Unterstützung überwinden müssen. Daraus ist ein gemeinsames Forderungspapier entstanden, in dem Schmerzpunkte, Forderungen an Politik und Gesellschaft und Lösungswünsche zusammengetragen wurden."

https://www.brueckensteine.de/stories/careleaver-forderungspapier

 

Leaving Care: Rechtsfolgen nach dem KJSG und aktuelle fachpolitische Diskurse

Dr. Severine Thomas, Universität Hildesheim, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik

WS 1 - Chancengleichheit durch Anerkennung, abgestimmte Übergangsstrukturen und verlässliche Wegbegleiter: Übergangscoaching für Careleaver im Kyffhäuserkreis

WS 2 - Strukturierte Vorbereitung, Beteiligung und Nachbetreuung: Careleaving in Thüringer Jugendhilfeeinrichtungen

Paradigmenwechsel und rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit: Leaving Care in der Kommune

Dr. Severine Thomas, Universität Hildesheim, Institut für Sozial- und Organisationspädagogik

Mehr Chancengerechtigkeit für Careleaver in Thüringen

 

 

Ansprechpartnerin

Antje Müller

Fon: 0361 422901-13
Fax: 0361 422901-30
antje.mueller@jbhth.de

Programm
Veranstaltungsort

online

Tagungsbeitrag

Die Veranstaltung ist kostenfrei.