Nachhaltige und wirksame Lösungen im Umgang mit Ausreden, Verweigerung und Resignation in Beratungsprozessen (Teil 1-3)
Immer wieder treffen Sie im Beratungsprozess auf junge Menschen, bei denen der Entwicklungsfortschritt stagniert oder sogar rückläufig ist, trotz hohen eigenen Engagements und dem Einsatz einer Vielzahl verschiedener Methoden. Eine sehr wahrscheinliche Ursache ist, dass der wesentliche Kern, der zu den bisherigen Verhaltensweisen und Ergebnissen des jungen Menschen geführt hat, noch nicht aufgelöst ist. Und genau an diesem Punkt setzt die modulare Weiterbildung an.
Herkömmliches Coaching beinhaltet zumeist reine Beratung, die dem jungen Menschen vermittelt, wie er durch Veränderung seiner Verhaltensweisen zu seinen gewünschten Zielen gelangt. Dies funktioniert in der Regel jedoch nur begrenzt, was sich darin zeigt, dass gewünschte Verhaltensänderungen nur für eine kurze Zeit aufrechterhalten bleiben und dann wieder die vorherigen Verhaltensmuster durchdringen. Oft ist dann erst recht Demotivation und Frust sowohl bei den Klient*innen als auch den Pädagog*innen die Folge.
Statt reiner Beratung und Motivation, die auf eine kurzfristige Veränderung der Verhaltensweisen abzielt, untersucht und hinterfragt dieser spezielle Coachingansatz die Glaubenssätze und innersten Überzeugungssysteme der Klient*innen, so dass eine nachhaltige Veränderung des Verhaltens bewirkt wird.
Da herkömmliches Coaching die tatsächlich wirkenden Hintergründe, in denen das Verhalten stattfindet, die sogenannten Contexte, nicht oder nur unzureichend untersucht und hinterfragt, ist dieses nur in geringem Maße wirksam und nachhaltig. Dabei liegt genau hier der Schlüssel: verfestigte, dysfunktionale Verhaltens- und Denkweisen werden Dank der contextuellen Methode aufgedeckt und gewandelt, so dass anschließend bisher nicht erreichte Ziele und Ergebnisse erreicht werden. Die Berücksichtigung des contextuellen Aspektes im Beratungsprozess legt somit den Grundstein für einen nachhaltigen Wandel in den Denk- und Verhaltensmustern der jungen Menschen.


Fortbildungsinhalte
Einführung in den Coachingansatz mit Fokus auf den Kontext: An den ersten beiden Tagen lernen Sie die theoretischen Grundlagen des Coachingansatzes kennen. Anhand von Praxisbeispielen erkunden Sie, welche contextuellen Aspekte eine Rolle spielen und wie diese auf die Ergebnisse wirken. Zudem erhalten Sie Einblicke in wirkungsvolle Tools, mit denen Sie junge Menschen gezielt bei der Entwicklung und Erreichung ihrer Ziele unterstützen können.
- Grundlagen und Ziele des Coachings unter Berücksichtigung des contextuellen Aspektes
- Effektive Basiswerkzeuge eines Beraters
- Das Eisberg-Kommunikations-Modell unter Berücksichtigung des contextuellen Aspektes
- Methodische Unterscheidung von tatsächlichen Ereignissen und konstruierter Wirklichkeit
- Systemische Fragen und Reframing
- Klare Zielformulierung zur ausgerichteten Zielerreichung
- Die 4 Denkprofile – Unterschiedlichkeit im Beratungsprozess effektiv nutzen
- Reflexion eigener Handlungsweisen und deren Auswirkungen in der Arbeit mit jungen Menschen
- Wirksame Tools und Fragetechniken für ergebnisorientierte Kommunikation
Die Vertiefung: Am 3. und 4. Tag vertiefen Sie sowohl die Theorie als auch die praktische Anwendung des Coachingansatzes. Anhand von Praxisbeispielen erkennen Sie, welche contextuellen Faktoren die jeweiligen Ergebnisse beeinflussen. Sie trainieren die verschiedenen Tools des contextuellen Beratungsansatzes, mit denen Sie Ihre Teilnehmer*innen wirkungsvoll bei der Entwicklung und Erreichung ihrer Ziele unterstützen und so nachhaltige Verhaltensänderungen fördern.
- Sichere Anwendung der drei Haupttools des Coachingansatzes unter Berücksichtigung des contextuellen Aspektes
- Wirksame Tools und Fragetechniken für eine ergebnisorientierte Kommunikation
- Reflexion eigener Handlungsweisen und Überzeugungen und deren Auswirkungen in der Arbeit mit (jungen) Menschen
- Aktiven und passiven Widerstand im Beratungs- und Begleitungsprozess nutzen, anstatt daran zu verzweifeln
- Die Wirksamkeit der freien Wahl im Beratungssetting
- Auf sogenannte K.o-Argumente nicht hereinfallen
- Praktische Anwendungsfälle der methodischen Unterscheidung von tatsächlichen Ereignissen und konstruierter Wirklichkeit
- Klient*innen motivieren, selbst Veränderungsarbeit zu leisten
Am Praxistag, dem 5. Tag, wenden Sie als erfahrene*r Coach*in die Tools und Methoden anhand eigener Fallbeispiele an. So lernen Sie, diese sicher bei besonderen Herausforderungen einzusetzen und gelangen schneller zum wirklichen Kern der Anliegen Ihrer Klient*innen, warum sie passives oder verweigerndes Verhalten zeigen.
- Gesprächstraining zur sicheren Anwendung der Tools und Methoden
- Souveränes Anwenden wirksamer Fragetechniken für eine ergebnisorientierte Kommunikation
- Auflösen von Vorbehalten und Vorwürfen in Beratungssituationen
- Reflexion eigener Handlungsweisen und Überzeugungen und deren Auswirkungen in der Arbeit mit (jungen) Menschen
Trainer*in
Thomas Georgi, Berlin
Nach seinem Abschluss als Diplom-Verwaltungswirt, verfolgte der Trainer intensiv seinen Wunsch mit jungen Menschen zu arbeiten und studierte Sozialpädagogik. Seit 1998 konzentriert er sich auf die Jugendarbeit und war zunächst in der freizeit- und sportpädagogischen Betreuung tätig, später folgten Qualifikationen in der Straßensozialarbeit. Er gründete 2004 das Unternehmen „Die JugendTrainer®“ in Berlin und sieht seine Aufgabe als Wegbegleiter, Coach und Impulsgeber für Jugendliche. Dazu entwickelte er verschiedene Seminar- und Coachingkonzepte, die auf Heranwachsende zugeschnitten sind. Mit dem Contextuellen Coaching® kam er 1999 das erste Mal in Berührung und passte dessen Ansätze auf die Bedarfe und Situationen junger Menschen an. Diese ganzheitliche Methode ermächtigt zu einem erfüllten, erfolgreichen und selbstbestimmten Leben, in das der Jugendliche hereinwächst, um eigene Ziele zu erreichen, Barrieren zu überwinden und sich Lebensträume erfolgreich zu realisieren.
Zielgruppe
Sozialpädagog*innen, Ausbilder*innen, Lehrkräfte, Bildungsbegleiter*innen, Berufseinstiegsbegleiter*innen, Schulsozialpädagog*innen, Ausbildungsbegleiter*innen, Case Manager*innen, Intergrationsbegleiter*innen, Fallmanager*innen und weitere interessierte Pädagog*innen
Jugendberufshilfe Thüringen e.V. akzeptiert zur Finanzierung der modularen Weiterbildung den Weiterbildungsscheck des Landes Thüringen bzw. die Qualifizierungsschecks anderer Bundesländer.

