Psychische Erkrankung und Drogenkonsum

Die Anzahl der Menschen mit der Doppeldiagnose „Sucht“ und „psychische Erkrankung“ hat in den vergangenen Jahren auch in der sog. Benachteiligtenförderung deutlich zugenommen. Der Substanzmissbrauch korreliert häufig mit Psychosen. Ebenso leiden suchterkrankte, junge Menschen oft an Depressionen, bipolaren Störungen, Angst- und Persönlichkeitsstörungen bzw. AD(H)S. Daher ist es von besonderer Bedeutung, dass sich nicht nur Fachleute aus psychosozialen Berufen mit beiden Störungen bzw. Problembereichen auseinandersetzen und auskennen, sondern auch Pädagog*innen im Übergangssystem.

Seminarziele

Dieses Seminar vermittelt Grundwissen über suchterkrankte Menschen mit psychischen Erkrankungen. Es werden Symptome, Verhaltensmerkmale, innerpsychische Vorgänge sowie Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt. Darüber hinaus werden konkrete pädagogische Interventionen erörtert.

Seminarinhalte

  • Überblick psychische Erkrankungen, Symptome, Verhaltensmerkmale, innerpsychische Vorgänge praxisnah erklärt, diagnostische Merkmale und Behandlungsmöglichkeiten
  • Überblick über Drogen und ihre Wirkung in Bezug auf psychische anhaltende Schädigungen
  • Was war zuerst da das Huhn oder das Ei? Ursachen und Folgen psychischer und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
  • Problembewusstsein abhängigkeitserkrankter Menschen, Krankheitsverständnis und Krankheitseinsicht, Behandlungsfolgen, Behandlungsfehler psychisch erkrankter Menschen
  • Was hilft? Diskussion notwendiger Interventionen und der Struktur der Helferlandschaft

Methoden

Fachlicher Input, Beispielübungen, Arbeit an exemplarischen Fällen, Einzel- und Gruppenarbeit, Erfahrungsaustausch

Trainer*in

Karin Wachter, Erfurt

Die Diplom-Lehrerin mit Fortbildungen in Diagnostik/Behandlung posttraumatischer dissoziativer Störungen sowie Psychotraumatologie /Traumaberatung/-therapie und Gestalttherapie arbeitet seit mehreren Jahren als Psychotherapeutin in eigener Praxis für Psychotherapie.

Zielgruppe

Sozialpädagog*innen, Ausbilder*innen, Lehrkräfte, Bildungsbegleiter*innen, Berufseinstiegsbegleiter*innen, Schulsozialpädagog*innen, Ausbildungsbegleiter*innen, Case Manager*innen, Intergrationsbegleiter*innen, Fallmanager*innen und weitere interessierte Pädagog*innen

Verhaltensauffälligkeiten – (K)eine Herausforderung für Pädagog*innen

Pädagog*innen beruflicher Aktivierungs-, Bildungs- und Integrationsmaßnahmen erleben eine stetige Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten bei jungen Menschen. Verhaltensauffälligkeiten sind vielfältig, haben unterschiedliche Ursachen und bringen Pädagog*innen oft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Auffälliges Verhalten – Krankheit, Störung, Andersartigkeit oder Absicht? Was steckt dahinter? Was ist „normal“ und wer legt es fest? Ist jede*r, der unaufmerksam, unruhig und impulsiv ist von einem Aufmerksamkeits- Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) betroffen? Wie grenzt sich AD(H)S von anderen Verhaltensauffälligkeiten ab?

Seminarziele

Im Seminar werden Sie in die Grundlagen der Alltagsgestaltung von jungen Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten eingeführt. Sie lernen die wichtigsten Störungsbilder und deren Ursachen kennen. Für einige von Ihnen ausgewählter Störungsbilder, z.B. AD(H)S werden konkrete pädagogische Interventionen besprochen. Wodurch und wie wird es für Sie möglich, adäquat auf Verhaltensauffälligkeiten zu reagieren, um junge Menschen auf ihrem Weg optimal zu begleiten und selbst nicht zu verschleißen. Wie können Kompetenzen der Jugendlichen und Kindern gesteigert sowie deren Potenziale und Ressourcen ausgebaut werden?

Seminarinhalte

  • Verhaltensauffälligkeiten inklusive AD(H)S
  • Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten
  • Grundregeln für den Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten
  • Praxistaugliche Empfehlungen für den Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten
  • Erfahrungsaustausch und Fallbeispiele

Methoden

Fachlicher Input, Arbeit am Fallbeispiel, Einzel- und Gruppenarbeit, Erfahrungsaustausch

Trainer*in

Ramona Wiedemann, Chemnitz

Die Diplom-Lehrerin ist Autorin des Fachbuches „Chaos oder Chance – Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung von der Geburt bis zum Berufseintritt“ (2009). Sie berät seit 1997 Eltern und Pädagog(inn)en von verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen. Zudem coacht sie seit 2000 AD(H)S-Erwachsene. Die erfahrene Trainerin in der Erwachsenenbildung bietet seit vielen Jahren für Pädagog(inn)en im Übergang Schule-Beruf Weiterbildungen und Aufklärungsveranstaltungen zu AD(H)S an.

Zielgruppe

Sozialpädagog*innen, Ausbilder*innen, Bildungsbegleiter*innen, Berufseinstiegsbegleiter*innen, Lehrkräfte, Schulsozialpädagog*innen und weitere interessierte Pädagog*innen